KI generiertes Bild von Keynotspeaker Nils Bäumer umgeben von vielen KI Anwendungen

Wir wollten, dass KI uns Arbeit abnimmt –jetzt sitzen wir daneben und passen auf.

Mir fällt in letzter Zeit immer öfter auf, wie viel Zeit ich damit verbringe, KI zu beaufsichtigen. Ich werfe mehrere Werkzeuge gleichzeitig an, und während sie arbeiten, springe ich zwischen den Fenstern hin und her: kontrollieren, korrigieren, nachsteuern (und mich gelegentlich fragen, wer hier eigentlich für wen arbeitet).

In den USA gibt es dafür inzwischen ein eigenes Wort: „Botsitting“ – das Babysitten von KI. Eine Befragung von 6.000 Bürobeschäftigten in den USA, UK und Australien zeigt: Im Schnitt gehen 6,4 Stunden pro Woche dafür drauf – fast ein ganzer Arbeitstag. Wer viel botsittet, ist erschöpfter und 73 Prozent häufiger aktiv auf Jobsuche. Und in einer weltweiten BCG-Befragung sagen 47 Prozent, sie verbringen mehr Zeit damit, KI zu steuern, als mit der eigentlichen Aufgabe.

Das Verblüffende daran: Dieselbe BCG-Befragung zeigt, dass die Zufriedenheit gleichzeitig steigt. 67 Prozent zufriedener, 41 Prozent stärker belastet – die Studienautoren nennen es das „Joy Paradox“.

Auch bei uns kommt das Thema an. In einer aktuellen ifaa-Befragung der deutschen Metall- und Elektroindustrie sagen 71 Prozent der Betriebe, dass psychische Belastung für sie inzwischen ein wichtiges Thema ist. Und das DGUV forum widmet seine erste Ausgabe 2026 der psychischen Belastung durch KI in der Arbeitswelt.

Die Arbeit verschwindet also nicht. Sie wechselt die Form: vom Machen zum Aufpassen.

Und Aufpassen sieht von außen leicht aus. Es hinterlässt keine sichtbaren Ergebnisse, keine vollen Seiten, keine fertigen Werkstücke. Nur die stille Frage im Hinterkopf, ob man alles erwischt hat.

Für Führungskräfte, für HR, aber umso mehr für jede:n Einzelne:n von uns ergibt sich daraus eine Frage: Wenn wir immer mehr zu Aufsehern unserer Werkzeuge werden – wer passt dann eigentlich auf uns auf?

Wie erlebst du das? Ist das Aufpassen für dich eine Entlastung – oder doch eher eine Belastung?

Quellen:
📊 Glean Work AI Institute, „Work AI Index 2026″ (Juni 2026, n=6.000) — https://lnkd.in/eEDNz32t
📊 Boston Consulting Group, „AI at Work 2026: Why Strategy Matters More Than Tools“ (Juni 2026, n=11.749) — https://lnkd.in/e4g9pNmc
📊 ifaa-Trendstudie „Psychische Gesundheit im Betrieb“ (April 2026, n=293, Metall- & Elektroindustrie) — arbeitswissenschaft.net, Bericht dazu bei haufe.de
📊 DGUV forum, Ausgabe 1/2026: „Psychische Belastung durch KI in der Arbeitswelt“ — forum.dguv.de

Beitrag und Bild wurden mit der Hilfe von KI erstellt – und von mir als Mensch freigegeben.

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